ⓘ Familienname. Der Familienname ist ein Teil des Namens eines Menschen. Er ergänzt den Vornamen und drückt die Zugehörigkeit des Namensträgers zu einer Familie a ..

                                     

ⓘ Familienname

Der Familienname ist ein Teil des Namens eines Menschen. Er ergänzt den Vornamen und drückt die Zugehörigkeit des Namensträgers zu einer Familie aus.

In der Regel gleichbedeutend werden die Ausdrücke Nachname und Zuname verwendet; in Teilen Mitteldeutschlands ist das Wort Hintername geläufig. In der Schweiz sagt man auch Geschlechtsname von Familiengeschlecht.

Der durch Abstammung erworbene ursprüngliche Familienname heißt Geburtsname bei verheirateten Frauen auch Mädchenname oder Ledigname und drückt die Zugehörigkeit zur Elternfamilie aus. In vielen modernen Namensrechtsordnungen lassen sich Geburts- und Ehenamen in Doppelnamen Schweiz: Allianznamen kombinieren. Künstlernamen können auch ohne verwandtschaftlichen Bezug als Familiennamen geführt werden.

Der Hausname Hofname erfüllt in ländlichen Gebieten eine ähnliche Funktion wie der Familienname. Er wird im alltäglichen Sprachgebrauch dem Vornamen Rufname meist vorangestellt, u. a. in Hessen, besonders in Süddeutschland und Österreich. Wird der Familienname nur im Schriftverkehr verwendet, bezeichnet man ihn auch als Schreibnamen. Historisch wurde die Frau noch im 20. Jahrhundert schriftlich mit Vor- und Nachnamen ihres Ehegatten angesprochen.

Der Familienname eines Menschen kann sich im Laufe des Lebens ändern, etwa durch Heirat, Scheidung, Adoption oder behördliche Namensänderung. Auch willkürliche Anpassungen sind möglich, z. B. die Annahme des Namens eines neuen Ehepartners durch die vorehelichen Kinder eines der Partner, so dass die neue Familie im gesellschaftlichen und behördlichen Umgang als eine Einheit auftreten kann.

Die Namensgebung ist weltweit sehr unterschiedlich geregelt und hängt von Kultur, Tradition, Gesellschaftsordnung und Herkunft etwa aus dem Adel ab. Nicht alle Nachnamenssysteme in Europa und in der Welt setzen Familiennamen ein. So ist beispielsweise in der spanischsprachigen Welt der dort gebräuchliche zweigliedrige Zuname apellido, wörtlich "Rufname" kein Familienname im eigentlichen Sinn, weil er keinen gemeinsamen Nachnamen für die Mitglieder einer Familie kennt. Stattdessen sieht dieses System für jede Person einen individuellen und unveränderlichen Abstammungsnamen Vaters- und Muttersname vor, sodass die Familienmitglieder unterschiedliche Nachnamen tragen. Ähnliche Systeme herrschen auch in anderen Ländern, etwa Italien. Im vorliegenden Artikel sind die unterschiedlichen regionalen Nachnamenssysteme auch dann abgehandelt, wenn es sich streng genommen nicht um Familiennamen handelt.

                                     

1. Geschichte in Europa

Familiennamen im heutigen Sinne haben sich aus Beinamen entwickelt, die zunächst nur an individuelle Personen vergeben waren, aber noch nicht an nachfolgende Personen weitergegeben wurden. Im 9. Jahrhundert wurde erstmals in Venedig ein Beiname vererbt. Diese Sitte breitete sich von dort aus im 10. Jahrhundert nach Norditalien und Südfrankreich aus. Im 11. Jahrhundert gelangte der Gebrauch nach Katalonien und Nordfrankreich, im 12. Jahrhundert nach England und in das Gebiet der Schweiz. Danach wurde der Gebrauch eines festen Familiennamens auch in den west- und süddeutschen Städten üblich. Anfang des 15. Jahrhunderts waren Familiennamen überall im deutschen Sprachraum anzutreffen, aber nicht durchgehend. Auch konnte der Familienname noch wechseln, zum Beispiel bei Wegzug oder aufgrund neuer Berufstätigkeit oder bis etwa 1800 bei der Einheirat in einen Bauernhof.

Während der Adel seit der Erblichkeit der Lehen im Jahr 1037 feste Familiennamen trug, um seine Erbansprüche geltend machen zu können, folgten erst später die Patrizier und Stadtbürger. Insbesondere im Patriziat hat noch die Wahrung des Familienbesitzes zur Bildung der festen Beinamen beigetragen, während im restlichen Bürgertum die Familiennamenbildung vor allem durch den Ausbau des Verwaltungswesens mit einer zunehmenden schriftlichen Beurkundung gefördert wurde. Der Familienname hatte bis ins 18. Jahrhundert hinein zumeist nur untergeordnete Bedeutung, während der Rufname der eigentliche Name blieb. Bäuerliche Gegenden kamen bis zum 17. oder 18. Jahrhundert ohne einen festen Familiennamen aus, in Friesland wurde er erst im 19. Jahrhundert gesetzlich eingeführt.

Durch Auswanderung können sich Nachnamen auch in Regionen und Sprachräumen verbreiten, die weit entfernt vom Ursprungsort des Namens liegen.

                                     

2. Herleitung von Familiennamen

Die meisten Familiennamen leiten sich ab:

  • von der geographischen Herkunft Herkunftsname
  • von Besonderheiten der Wohnstätte Wohnstättenname
  • vom Vornamen des Vaters Patronym oder der Mutter Metronym
  • von Eigenschaften der Person Übername
  • aus Berufs- und Amtsbezeichnungen Berufsname

Zur Erläuterung wird auf die verlinkten Artikel verwiesen.

Eine Übersicht zur Herkunft deutscher Familiennamen findet sich außerdem hier.

                                     

3. Wahrnehmung von Nachnamen

Eine Auswertung von rund 225.000 Datensätzen deutscher Benutzer des Netzwerkes XING ergab 2013, dass Nachnamen Einfluss auf den beruflichen Erfolg haben könnten. Diese wurden auf Nachnamen und deren berufliche Position ausgewertet. Die Forscher der Universität Cambridge und der Ecole HEC in Paris ermittelten, dass adlig klingende Namen mit 2.7 % häufiger in gehobeneren Positionen vertreten waren.

                                     

4.1. Familiennamen nach Region Deutschsprachiger Raum

Siehe auch: Deutsche Familiennamen, Liste der häufigsten Familiennamen in Deutschland, Familiennamen in Österreich, Familiennamen in Liechtenstein

Die deutschen Familiennamen haben sich im deutschsprachigen Raum seit dem 12. Jahrhundert nach und nach etabliert. 1875 wurden im Deutschen Reich die Standesämter eingeführt und die Namen festgeschrieben. Seitdem trägt jeder Deutsche einen Vornamen, einen eventuellen Zwischennamen und einen Familiennamen, und zwar in dieser Reihenfolge. In einigen deutschen Gegenden wird, beruhend auf der beruflichen, familiären oder geografischen Herkunft, umgangssprachlich mitunter der Familienname im Genitiv vor den Vornamen an erste Stelle gesetzt. Diese umgekehrte Reihenfolge ist besonders im ländlichen süd- und westdeutschen Raum verbreitet, besonders in Bayern "der Huber Sepp", Baden, Schwaben und Ostbelgien.

Als Familienname gilt gemäß dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB, in Kraft seit dem 1. Januar 1900 der Nachname, der als Folge der Abstammung von den Eltern auf die Kinder übergeht. Die Angabe des Geburtsnamens einer einzelnen Person Beispiel: "geborene …" ist kein Bestandteil des Familiennamens, der von den Eltern auf die Kinder übergeht. Der Familienname kann aus mehreren Wörtern bestehen Beispiele: "Breuer genannt Nattenkemper", "Olde grote Beverborg".



                                     

4.2. Familiennamen nach Region Bulgarien

In Bulgarien erhält das Kind den Vornamen des Vaters als "Vaternamen", der vor dem Familiennamen eingefügt wird. Dabei wird bei Knaben die Endung "-ow" oder "-ew", bei Mädchen die Endung "-owa" oder "-ewa" angehängt, es sei denn, der Vorname des Vaters lässt die Anfügung dieser Suffixe nicht zu oder diese widersprechen den Namenstraditionen. Ein Kind, dessen Eltern nicht miteinander verheiratet sind, erhält bei der Geburt die entsprechenden Namen der Mutter als Zwischen- und Familiennamen.

                                     

4.3. Familiennamen nach Region Griechenland

In Griechenland lautet die weibliche Form in der Regel anders: hier wird der Familienname einer verheirateten Frau als Genitivform des Familiennamens ihres Ehemannes gebildet, z. B. Kolidis Nominativ/Ehemann/Kolidi Genitiv, Ehefrau oder Tataros Nominativ/Ehemann/Tatarou Genitiv, Ehefrau. Der Familienname der Ehefrau bedeutet daher sinngemäß "Frau des XY". Neuerdings wird vor allem bei im Ausland lebenden Griechen auch für Ehefrauen dieselbe Form wie beim Ehemann gewählt, so z. B. bei der Schauspielerin Susan Sideropoulos. In der Genitivform lautet ihr Name Sideropoulou.



                                     

4.4. Familiennamen nach Region Island

In Island haben nur wenige Personen Familiennamen im mitteleuropäischen Sinne. Dabei handelt es sich meist um aus Dänemark stammende Familien. In der Regel jedoch besteht der zweite Name aus dem Namen des Vaters im Genitiv erweitert um -son Sohn oder -dóttir Tochter. Benennungen nach der Mutter waren früher selten uneheliche Geburt mit unbekanntem Vater, sind aber heute im Zuge der Gleichstellung gesetzlich möglich und kommen mittlerweile immer wieder vor. Benennungen nach der Mutter bedeuten heute nicht mehr, dass der Vater unbekannt ist. Beispiel einer Generationenfolge: Gústav Jóhannsson – dessen Sohn: Helgi Gústavsson – dessen Sohn: Ívar Helgason – dessen Sohn und Tochter: Lars Ívarsson und Jóhanna Ívarsdóttir usw. Die frühere isländische Präsidentin Vigdís Finnbogadóttir war die Tochter des Finnbogi Rútur Þorvaldsson. Häufig lassen aber die gewählten Vornamenkombinationen auf Verwandtschaft schließen, da viele Familien bestimmte Vornamen immer wieder verwenden. Auch das Abwechseln zweier Namen für Vater und Sohn über mehrere Generationen hinweg kommt immer wieder vor Beispiel: Jón Gunnarsson – dessen Sohn: Gunnar Jónsson – dessen Sohn: Jón Gunnarsson usw.



                                     

4.5. Familiennamen nach Region Italien

In Italien gab es Familiennamen schon etwas früher als im deutschsprachigen Raum. Wenn man die häufigsten davon mit jenen in Deutschland vergleicht, stellt man fest, dass Berufe bei der Entstehung italienischer Nachnamen keine so große Rolle spielten. Nachfolgend die häufigsten, entnommen aus dem dtv-Atlas:

  • Romano Römer, Rufname Romano
  • Rossi rot, rothaarig
  • Esposito
  • Russo rot, rothaarig
  • Ferrari Schmied
  • Bianchi weiß, blond
  • Colombo Rufname Kolumbus

In Deutschland stehen an diesen sieben Stellen nur Berufsnamen.

Den größten prozentualen Anteil haben in Italien insgesamt die Herkunftsnamen. Ein solcher ist zum Beispiel der Name des 2006 zum Staatspräsidenten gewählten Giorgio Napolitano Aus Neapel Stammender; andere Beispiele sind Toscano, Calabrese oder Forlan. Etwa 10 Prozent aller italienischen Nachnamen stammen von Rufnamen germanischer Herkunft. Beispiele sind: Endrizzi von Enrico – Heinrich, Gualtieri von Gualtiero – Walter, Fedrizzi von Federico – Friedrich.

Ein Namenswechsel bei der Heirat ist in Italien unüblich, sodass Ehefrauen auch traditionell stets ihren persönlichen Geburtsnamen behalten.

                                     

4.6. Familiennamen nach Region Russland

Im Russischen wird der Vorname des Vaters Patronym zwischen Vor- und Familiennamen gestellt; die weibliche Form erhält ein -na: Michail Pawlowitsch Lasarew Sohn des Pawel, Lidija Andrejewna Lasarewa Tochter des Andrei. In der offiziellen schriftlichen und mündlichen Kommunikation werden Personen meistens nur mit dem Vornamen und dem Patronym angesprochen. Auch in den Schulen und Universitäten werden Lehrer/Dozenten nur mit dem Vornamen und dem Patronym angesprochen, obwohl es auch unproblematisch ist, einen Professor mit "Gospodin professor" also nur "Herr Professor" ohne Nachnamen anzusprechen. Die Anreden mit Familiennamen sind nur in der schriftlichen Kommunikation üblich.

                                     

4.7. Familiennamen nach Region Skandinavien

In Schweden, Dänemark, Norwegen und teilweise auch Norddeutschland besonders Schleswig-Holstein enden Familiennamen häufig auf -son oder abgeschwächt -sen Vatersname, Patronym. Die Endung bedeutet Sohn, so dass Jensen/Jenson/Jensson eigentlich Sohn des Jens heißt. Die volle Endung -son kommt im Schwedischen vor, die abgeschwächte auf -sen findet sich im Dänischen, Norwegischen und Nordfriesischen.

Verbreitet sind in Schweden aber auch Herkunftsnamen wie Lindberg, dessen erster Namensträger aus Lindesberg stammte, oder Widmark, ursprünglich aus Vebomark. Herkunftsnamen können auch frei ergänzt sein, so stammen die Almgren, Almlind und Almlöf ursprünglich aus Almby. Eine Sondergruppe hiervon bilden die sogenannten Soldatennamen wie Norman, Norberg, Norström, Nordgren oder Norrby, die in diesem Fall alle auf eine Zugehörigkeit des ersten Namensträgers zum Upplands regemente verweisen. Aus der Barockzeit stammen schließlich Namen vom Typus Hyllén, Norrén, Wessén usw. Auch in Norwegen sind Herkunftsnamen wie Ljones, Odegaard, Fjell oder Tonsberg sehr üblich.

In Finnland haben Familiennamen oft eine Beziehung zur Natur, beispielsweise Virtanen Fluss/Strom, Mäkinen Berg/Hügel, Järvinen Binnensee, wobei -nen ein Suffix ist.

Familiennamen außerhalb des Adels setzten sich in diesen Ländern erst später als im übrigen Europa durch, und zwar zuerst in der Oberschicht. In Schweden begann die Oberschicht im 16. Jahrhundert Familiennamen anzunehmen, bei Geistlichen und Gelehrten meist in lateinischer Form. Bauern und Handwerker erhielten nur den Vatersnamen. In Dänemark wurden Familiennamen mit Gesetz vom 30. Mai 1828 gegen den Widerstand der Bevölkerung vorgeschrieben. Hiernach war der Vatersname Vorname + sen als Familienname festzuschreiben. Auf diese Weise erhielten große Teile der Bevölkerung gleiche Familiennamen. In Schweden tragen Frauen seit 1901 den Namen ihres Mannes: Seither wird eines Herrn Larssons Sohn des Lars Frau, die zuvor das Patronym Jönsdotter Tochter des Jön trug, ebenfalls als Larsson im Familienregister geführt seit 2017 ist das Führen echter Patronymika allerdings wieder möglich; das Führen von Familiennamen ist seit 1904 obligatorisch. In Norwegen schließlich bestimmte erst das Personennamengesetz vom 9. Februar 1923, dass Kinder bei der Eintragung in das Geburtenregister einen Familiennamen haben müssen. Erwachsenen blieb es freigestellt, einen Familiennamen anzunehmen. Sofern nicht der Vatersname mit der entsprechenden Endung als Familienname gewählt wurde, war der Name des Hofes, den die Familie besaß oder langfristig nutzte, zu verwenden. Auf diese Weise wurde eine starke Häufung der Familiennamen wie in Dänemark vermieden.



                                     

4.8. Familiennamen nach Region Spanien

In Spanien wie auch in den meisten Ländern Hispanoamerikas setzt sich der Nachname einer Person stets aus zwei Einzelnamen zusammen: Traditionell erhalten Kinder an erster Stelle den ersten Nachnamen ihres Vaters Vatersnamen und als zweiten Namen den ersten Nachnamen der Mutter Muttersnamen. Die Kinder von Herrn Méndez Aznar und Frau Sánchez Hernández erhalten also den persönlichen Nachnamen Méndez Sánchez. Anders als bei deutschen Doppelnamen verwendet man im Spanischen keinen Bindestrich. Die Nachnamen werden patrilinear weitergegeben; ein Namensteil der Mutter geht zwar noch auf ihre Kinder, aber nicht mehr auf ihre Enkel über. Dies ist allerdings seit 1999 in Spanien nicht mehr zwingend. Die Eltern können bestimmen, dass der erste Nachname der Mutter vorangestellt wird, sodass das Kind seinen Muttersnamen später an die eigenen Kinder weitergibt. Eheleute behalten nach der Heirat ihre Geburtsnamen, ein Namenswechsel ist nicht vorgesehen. Gelegentlich, regelmäßig im Adel, wird zwischen den ersten und den zweiten Nachnamen ein y "und" gestellt, ursprünglich ein Adelsprädikat. Für katalanische Namen ist diese Praxis auch im bürgerlichen Gebrauch zwingend, bei katalanischer Namensführung wird daher immer das katalanische i "und" zwischen die Nachnamen gestellt etwa bei Jordi Pujol i Soley.

Im formellen Gebrauch und im amtlichen Schriftverkehr werden stets beide Namensteile benutzt. Im Alltag wird hingegen regelmäßig auf die Nennung des zweiten Namensteils verzichtet. Eine Ausnahme sind Personen, deren erster Nachname sehr geläufig ist. Zur besseren Identifizierung werden sie oft unter Weglassung des ersten nur mit ihrem zweiten Namen bezeichnet; so verwendet der ehemalige spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero statt des in Spanien sehr häufigen Namens Rodríguez seinen Muttersnamen Zapatero.

Die zehn häufigsten Nachnamen in Spanien sind in dieser Reihenfolge Zahlen des INE aus 2017: García, González, Rodríguez, Fernández, López, Martínez, Sánchez, Pérez, Gómez, Martín. Alle zehn sind patronymischen Ursprungs, allein acht von ihnen besitzen die hierfür typische Endung auf -ez. Die selteneren nicht-patronymischen Namen sind meist Herkunftsnamen oder Übernamen Rubio Eisen", Kaya "Fels", Yılmaz "der Furchtlose", Yıldırım "Blitz", Aslan "Löwe", Sahin "Falke", Çelik "Stahl", Aydın "hell", Çetin "hart".

                                     

4.9. Familiennamen nach Region China, Korea und Vietnam

Familiennamen in China, Korea und Vietnam werden traditionell fast ausschließlich mit genau einem chinesischen Schriftzeichen geschrieben. Dabei gibt es zu jedem verwendeten chinesischen Schriftzeichen jeweils eine Vielzahl von Aussprachen in den unterschiedlichen ostasiatischen Sprachen. Außerhalb Chinas werden diese Namen heutzutage nicht mehr in chinesischen Schriftzeichen, sondern im koreanischen oder in anderen Alphabeten wiedergegeben. Die dabei verwendeten Transkriptionen desselben Namens können sehr unterschiedlich ausfallen, vor allem wegen der unterschiedlichen Aussprachen desselben Namens in Vietnamesisch, Koreanisch und den verschiedenen chinesischen Sprachen. Deshalb werden im internationalen Gebrauch in jüngerer Zeit unterschiedliche Transkriptionen desselben traditionellen Familiennamens oft als unterschiedliche Namen gewertet.

Obwohl es über 700 chinesische Familiennamen gibt, haben die meisten Chinesen nur wenige sehr häufig vorkommende Namen. Typische Beispiele für ostasiatische Familiennamen sind:

Der Familienname wird in China, Korea und Vietnam zuerst genannt. Der Namensteil, der im deutschsprachigen Raum als Vorname bezeichnet wird, wird in diesen Ländern nachgestellt.



                                     

4.10. Familiennamen nach Region Japan

Die meisten japanischen Familiennamen werden mit zwei Kanji chinesischen Schriftzeichen geschrieben. Historisch war ein Nachname ein Privileg der Samurai und anderer höhergestellter Personen. Erst mit der Meiji-Restauration wurde per Gesetz veranlasst, dass sich alle Familien mit einem Familiennamen registrieren. Sie verwenden meist landschaftliche Begriffe, wie etwa Takeda 竹田 ‚Bambusfeld, es gibt aber auch Bedeutungen aus Alltag und Handwerk, z. B. Shuzō 酒造 ‚Sakebrauer. Andere Namen, wie zum Beispiel Mitsubishi 三菱 ‚Drei Rauten, sind vom Familienwappen abgeleitet.

Der Familienname wird in Japan zuerst genannt. Im Umgang mit westlichen Ausländern in westlichen Sprachen bzw. lateinischer Schrift wird allerdings häufig die Reihenfolge verwendet, die der deutschen entspricht. Auch bei der Übertragung ins Deutsche werden japanische Namen – im Gegensatz zu chinesischen, vietnamesischen und koreanischen Namen – häufig umgestellt. Eine Ausnahme sind historische Personen wie Oda Nobunaga. Wird der Familienname vorangestellt, schreibt man ihn oft in Großbuchstaben, um eine Verwechslung zu vermeiden, wie zum Beispiel ABE Shinzō.

                                     

4.11. Familiennamen nach Region Indien

In Indien, mit seinen vielfältigen kulturellen Traditionen, allein 21 in der Verfassung anerkannten und über 100 gesprochenen Sprachen, existieren mehrere grundverschiedene Systeme der Namensgebung nebeneinander.

Wie die Namensgebung gehandhabt wird, entscheidet sich nicht primär nach dem Bundesstaat, sondern nach den Traditionen, die Familie des Betroffenen verfolgt. Obwohl in Indien in den 1970er Jahren Personalausweise eingeführt wurden, besitzt ein Großteil der ländlichen Bevölkerung keinen. So kommt es häufig vor, dass der Name einer Person amtlich nicht erfasst ist. Beliebige Änderungen von Vor- und Familiennamen sind häufig und einfach.

In Nordindien wird ein System ähnlich wie in Deutschland bevorzugt: Die Ehefrau übernimmt den Nachnamen des Mannes, den auch die Kinder übernehmen. In Teilen Zentralindiens wird ein patrilineares System bevorzugt, das den Vornamen des Vaters undekliniert zum Nachnamen des Sohnes macht: Selvarasa Selvarainjan ist z. B. der Sohn von Selvarainjan Parthasarathy. Ein die Familie kennzeichnender Name existiert hier nicht.

In Südindien steht der "Hausname", also der Familienname, zuerst. Diese Namen sind oft Herkunftsnamen, wobei der Ort im Genitiv Obliquus steht. Titel und Adelsprädikate werden angehängt, zum Beispiel Pusapati Vijararama Raju, Vijayarama Raju von Pusapadu oder Kallidaikurichi Aiyah Nilakanta Sastri, Der Sastri Gelehrter Nilakata, Ayar Brahmane aus Kallidaikurichi.

Abgesehen von der offiziellen Namensgebung richtet sich die persönliche Anrede in Indien, ungeachtet der verschiedenen Regeln der Verleihung eines Namens, vornehmlich nach dem Verwandtschaftsgrad. Die Personen werden also als älterer Bruder: Dada, ältere Schwester: Didi, Vater: Baba, Großvater väterlicherseits oder mütterlicherseits: Nani bzw. Nana usw. angeredet. Die Individualität tritt in den Hintergrund und die Stellung in der Familie dominiert. Man kann in Indien fremde Personen jederzeit als ältere Brüder/Schwestern oder Vater/Mutter ansprechen, je nach offensichtlichem Altersunterschied und Geschlecht. Auch die Verwendung von Vorname-Verwandtschaftsgrad ist häufig, z. B. Manorainjan-Da als Abkürzung für Dada. Vertrauliche Respektbezeichnungen werden angehängt: Shiva-Jii und offizielle vorangestellt: Shrii Govinda, aber nur von den anderen, nicht von sich selbst. Sich selbst kann man den Titel Deva oder Devi weiblich anhängen. Der vertraulichen Anrede "Väterchen" entspräche also Baba-ji.

                                     

4.12. Familiennamen nach Region Indonesien

Indonesische Namen bestehen im Allgemeinen aus mehreren Teilen, die alle nicht erblich sind. Im Verkehr mit deutschen Behörden kann dann der letzte "Vorname" an die Stelle des Familiennamens treten. Es gibt aber auch Personen, die keinen Familiennamen und nur einen Vornamen haben, bekannteste Beispiele sind die ehemaligen Staatspräsidenten Sukarno und Suharto. In den einzelnen Stämmen und Volksgruppen gibt es jedoch unterschiedliche Namensgebungen. Die Volksgruppe der Batak Nordsumatra beispielsweise hat immer Vor- und Nachnamen. Viele Angehörige der chinesischen Minderheit wurden zur Zeit der Suharto-Regierung gezwungen, ihre ursprünglichen Namen abzulegen. Sie wählten dann häufig anglo-amerikanische oder europäische Vornamen, z. B. Angelina, Steven.

                                     

4.13. Familiennamen nach Region Äthiopien und Eritrea

In Äthiopien und Eritrea sind Nachnamen nicht üblich. Kinder erhalten in der Regel einen Vornamen, dem der Vorname des Vaters und ggf. des Großvaters usw. nachgestellt werden. Es handelt sich damit um echte Patronyme.

                                     

4.14. Familiennamen nach Region Demokratische Republik Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo wird zwischen dem Familiennamen einerseits und dem Nachnamen andererseits unterschieden. Dabei ersetzte der "authentische" Nachname französisch: postnom den "europäischen" Vornamen. Aus Joseph-Désiré Mobutu wurde Mobutu Sese Seko. Heute sind die in der Kirche immer weiterverwendeten Taufnamen als Vornamen wieder in Gebrauch, die zairischen Nachnamen werden jedoch weiterhin verwendet. Dies führt dazu, dass Kongolesen vor und nach dem Familiennamen je einen von den Eltern gewählten Namen tragen: vorgestellt den Vornamen, nachgestellt den Nachnamen Beispiel: Joseph-Désiré Mobutu Sese Seko. Kongolesische Reisepässe weisen entsprechend auch die drei Rubriken prénom Vorname, nom Name, postnom Nachname auf.

                                     

4.15. Familiennamen nach Region Weitere Länder

Europa: Polnischer Name, Irische Familien, Römischer Name historisch, Isländischer Personenname, Färöischer Personenname, Nordgermanischer Personenname historisch

Asien: Arabischer Name, Birmanischer Name, Jüdischer Familienname, Malaysischer Name, Thailändische Namen, Liste tibetischer Namen und Titel

Afrika: Gambischer Personenname

                                     

5. Familiennamenhäufigkeiten

Die Familiennamenhäufigkeit ist die absolute und relative Häufigkeit von Familiennamen in einer Bevölkerung oder Teilbevölkerung. Aus diesen Häufigkeiten lässt sich unter Berücksichtigung der Veränderlichkeit von Familiennamen der Inzuchtkoeffizient f {\displaystyle f} einer Population errechnen. Ebenfalls lässt sich mit der Verteilung der Familiennamenhäufigkeiten der Grad der Blutsverwandtschaft zwischen Bevölkerungen und damit ihr Heiratskreis messen, ebenso die Ahnengemeinschaft zwischen zwei oder mehreren Ahnenlisten, aber auch der Einzugsbereich der Zuwanderung zu Städten oder zentralen Orten. Der Grad der Verwandtschaft oder Ähnlichkeit ist dabei der von 0 bis 1 normierte statistische Korrelationskoeffizient r. Dabei bedeutet r = 0.00, dass in den verglichenen zwei Ahnenlisten in einer festgelegten Vorfahren-Generation, zum Beispiel in der sechsten, kein einziger Familienname identisch ist.

Der häufigste Familienname der Welt ist das chinesische Wang mit über 90 Millionen Vorkommen in seinen verschiedenen Schreibweisen. Unter den Han-Chinesen gibt es nur rund 700 Familiennamen. In Deutschland existieren nahezu eine Million verschiedene Familiennamen. Hier ist Müller/Mueller mit 600.000 Vorkommen knapp führend vor Schmidt/-tt/-d/-tz. Auf der Basis von über 20 Millionen Namen bestätigt Duden diese Reihenfolge. In Russland ist der häufigste Familienname Smirnow.

                                     

6. Grafische Darstellung der geografischen Namensverteilung

Ein Hilfsmittel für die Familiennamenforschung ist die grafische Darstellung der geografischen Verteilung von Familiennamen. Die folgenden Beispiele beruhen auf Daten von telefonischen Festnetzanschlüssen aus dem Jahr 2002. Obwohl damit nur ein bestimmter Teil der Bevölkerung erfasst wird, erlauben diese Daten mehrere sehr nützliche Analysen.

                                     

6.1. Grafische Darstellung der geografischen Namensverteilung Verteilung von Namensvarianten

Die folgenden Beispiele können bei Geogen nachvollzogen werden: Der Name "Mayer" findet sich in ganz Deutschland, aber eine klare Häufung ist in Süddeutschland sichtbar. Auch "Meyer" findet sich in ganz Deutschland, aber für diese Variante des Namens liegt der Schwerpunkt im Nordwesten des Landes. Die Variante "Mayr" findet sich kaum im Nordosten der Bundesrepublik, dafür aber im Südosten mit einer Ballung in Bayern.

                                     

6.2. Grafische Darstellung der geografischen Namensverteilung Identifikation der Namensherkunft

Auch bei der Identifikation der historischen Ursprungsgegend gibt die geografische Verteilung von Familiennamen wertvolle Hinweise. Die folgenden Beispiele können bei Geogen nachvollzogen werden. So deutet z. B. "Schlöder" auf das südliche Rheinland, "Herbel" nach Hessen und "Züfle" nach Württemberg. Alte Familiennamen, die auch mehrere Ursprünge haben können, wie "Kolbe", weisen meist eine relativ gleichmäßige Verbreitung auf.

                                     

7. Namensträgerforschung

Die Namensträgerforschung darf als eine Form der Stammtafelforschung aufgefasst werden. Arbeitsmittel ist in der Regel eine Namensträgerkartei oder -datei, in der alle Träger desselben Familiennamens erfasst werden, wobei unter Berücksichtigung der Veränderlichkeit der Familiennamen und des phonetischen Alphabets verschiedene Formen des Namens als jeweils eine Einheit zu betrachten sind.

Wenn Namensträgerforschung nicht nur bloßen Sammeleifer dokumentiert, dann sind systematische Arbeit und genaue Verzeichnisse der ausgewerteten Quellen notwendig. Sinn haben derartige Datensammlungen insbesondere für relativ seltene Namen. In manchen Fällen sind sie der einzige Weg, um einen Toten Punkt der genealogischen Forschung zu klären. Bisher gibt es in Deutschland noch keine umfassende Datenbank aller Publikationen, Karteien und Vereine in England One-Name-Societies genannt, die sich mit einem Familiennamen und den verwandtschaftlichen Beziehungen seiner Träger befassen.

                                     

8.1. Namensrecht Deutschland

Als "Familienname" im juristischen Sinn wird in Deutschland lediglich der "Nachname" einer Person bezeichnet. Dieser individuelle Nachname kann vollkommen anders sein als der Nachname der Herkunftsfamilie, der Nachname des Ehegatten oder der Nachname der Kinder. Mit dem Begriff "Ehename" definiert der Gesetzgeber in § 1355 BGB jenen Nachnamen, den die Ehegatten in einer Ehe jeweils führen wollen.

Gemäß § 1355 BGB sollen die Ehegatten einen der beiden Familiennamen als gemeinsamen Familiennamen Ehenamen bestimmen. Die Ehegatten führen den von ihnen bestimmten Ehenamen. Bestimmen die Ehegatten keinen Ehenamen, so führen sie ihren zur Zeit der Eheschließung geführten Namen auch nach der Eheschließung.

Der Ehename ist damit der Name, für den die Ehegatten sich bei der standesamtlichen Eheschließung entscheiden, um ihn während ihrer Ehe als jeweils eigenen Nachnamen zu tragen. Haben beide Partner sich zur Eheschließung für denselben Ehenamen entschieden, so ist dieser Ehename der Familienname. Gemeinsame Kinder werden diesen nach § 1616 BGB als Geburtsnamen erhalten. Tragen Ehefrau und Ehemann auch nach ihrer Eheschließung unterschiedliche Nachnamen, so müssen sie sich – spätestens wenn Kinder aus der Ehe hervorgehen – auf einen der beiden Namen als Familiennamen einigen. Diesen Nachnamen erhalten alle Kinder, die aus der Ehe hervorgehen § 1617 BGB.

Die bürgerlichen Bestimmungen über den Namen werden in der Bundesrepublik Deutschland nur auf Deutsche angewendet. Deutsche Behörden und Gerichte wenden auf einen Ausländer das Recht desjenigen Staates an, dem der Ausländer angehört. Soweit deutsche Vorschriften anzuwenden sind, erfolgt die Namensvergabe durch:

  • Geburt
  • Adoption
  • Eheschließung und Ehescheidung, Schließung einer eingetragenen Lebenspartnerschaft bis 30. September 2017 und deren Auflösung
  • Neubestimmung bei einem Minderjährigen innerhalb enger Grenzen zum Beispiel bei Sorgerechtsänderungen
                                     
  • WeiS oder Weiss ist ein Familienname WeiS ist ein Übername Eigenschaftsname zu mittelhochdeutsch wîz weiS, blond nach der Haar - oder Hautfarbe des
  • Blumenthal oder Blumental ist ein Familienname Inhaltsverzeichnis A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z Adam Ludwig von Blumenthal 1691 1760
  • einen Zwischennamen und den Familiennamen und zwar in dieser Reihenfolge. In einigen deutschen Mundarten steht der Familienname vor dem Vornamen an erster
  • Oehler oder Öhler ist ein deutscher Familienname Der Name leitet sich vom Beruf des Ölschlägers bzw. Ölmüllers ab. Adalbert Oehler 1860 1943 deutscher
  • individuellen Namen folgt ein Familienname Dabei wird der Vorname allerdings als wichtiger angesehen als der Familienname AuSerdem haben Thailänder einen
  • Der häufigste italienische Familienname Südtirols Rossi befindet sich auf Rang 38, die Anzahl der italienischen Familiennamen ist aber sehr hoch, da ihre
  • Schröter oder Schroeter ist ein Familienname Ebenso wie die verwandten Namen Schröder und Schroedter geht auch Schröter entweder auf den Beruf des Schneiders
  • Müller ist mit seinen Varianten der häufigste deutsche Familienname Der Personenname Müller geht auf den Beruf des Müllers mittellateinisch molinarius
  • Pfeiffer ist ein deutscher Familienname Der Name Pfeiffer ist abgeleitet von der musikalischen Berufsbezeichnung des Pfeifers Eine norddeutsche Form