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Rangordnung (Biologie)

Als Rangordnung bezeichnet man in der Verhaltensbiologie eine soziale Hierarchie, durch die bestimmte "Rechte" und "Pflichten" innerhalb einer Gruppe geregelt und für eine längere Zeitspanne festgelegt sind. An der Spitze dieser Hierarchie stehen ...

Reaktionskette

Reaktionskette ist ein Fachbegriff der vor allem von Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen ausgearbeiteten Instinkttheorie der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Er bezeichnet eine Abfolge von Schlüsselreizen und die durch sie veranla ...

Reflex

Ein Reflex ist eine unwillkürliche, rasche und stets gleichartige Reaktion eines Organismus auf einen bestimmten Reiz. Reflexe werden neuronal vermittelt. Reflexe können vom einfachen Reflexbogen bis hin zu Reflexkreisen "höherer" Art unterschied ...

Reflexbluten

Das Reflexbluten ist eine Verteidigungsmethode diverser Käferarten, unter anderem vieler Marienkäfer, Ölkäfer, Weichkäfer und anderer Insekten zur Abschreckung von Fressfeinden. Dabei sondern die Tiere – beim Marienkäfer aus Drüsen zwischen Tibia ...

Reflexbogen (Physiologie)

Als Reflexbogen wird in der Physiologie die kürzeste Verbindung zwischen Rezeptor und Effektor über die Nervenzellen eines bestimmten neuronalen Erregungskreises bezeichnet. Die Verschaltung vom afferenten auf das efferente Neuron erfolgt im einf ...

Reflexkettentheorie

Reflexketten wurden in der Zeit um 1900 vielfach als Ursache für komplizierte Bewegungsabfolgen angesehen. Die Vertreter der Reflexkettentheorie vertraten die Ansicht, dass ein bestimmter Reiz eine Erregung von bestimmten Nervenzellen auslöst, di ...

Regelschwellung

Die Regelschwellung ist eine Erscheinung bei verschiedenen weiblichen Primaten. Es handelt sich dabei um eine Schwellung des Genitalbereiches, die hormonell bedingt ist und den Männchen visuell die Paarungsbereitschaft der Weibchen signalisiert. ...

Reiz

Ein Reiz oder Stimulus in der Physiologie ist eine physikalische Größe oder eine chemische Größe der inneren Umgebung oder der äußeren Umwelt eines lebenden Systems, die durch veränderten Energiebetrag auf dieses lebende System einwirkt. Im Sinne ...

Reizfilterung

Das Filtern von Reizen ist für alle Tiere, in gewissem Umfang aber auch für Einzeller und Pflanzen, die zentrale Voraussetzung für das Überleben in ihrer Umwelt. Auf jedes Lebewesen strömen ständig wesentlich mehr Reize ein, als die potenziell Si ...

Reizgeneralisierung

Als Reizgeneralisierung bezeichnet man in der Verhaltensforschung die Reaktion eines Tieres oder einer Person auf einen Reiz, die in genau gleicher Weise erfolgt wie die zuvor erlernte Reaktion auf einen anderen, ähnlichen Reiz. Iwan Petrowitsch ...

Reizmuster

Von Reizmustern spricht man in der Sinnesphysiologie, wenn man einem Versuchstier Reize darbietet, die irgendeine wohldefinierte räumlich-zeitliche Struktur besitzen. In der Biokybernetik werden z. B. sinusförmige modulierte Reize angewendet, da ...

Revier (Tier)

Das Revier eines Tieres wird oft auch Territorium genannt und bezeichnet ein Habitat, das ein Tier oder eine Gruppe von Tieren gegen Artgenossen durch Revierverhalten verteidigen. So werden diese gehindert einzudringen oder gar auf Dauer ansässig ...

Revierkampf

Revierkampf bezeichnet in der Zoologie ein Territorialverhalten, bei dem Tiere ihre Reviere verteidigen. Das Verhalten ist vor allem bei Wildtieren ausgeprägt, aber auch bei Haustieren zu finden. Charakteristisch ist z. B. das Forkeln von männlic ...

Revierverhalten

Als Revierverhalten werden in der Verhaltensbiologie alle Verhaltensweisen bezeichnet, die das Revier eines Tieres oder eines Gruppe von Tieren kenntlich machen oder geeignet sind, es gegen andere Tiere der gleichen Art zu verteidigen. Hierzu geh ...

Rheotaxis

Rheotaxis ist die Orientierung von Lebewesen an der Strömung von Gewässern. Hierbei werden die positive Rheotaxis, Bewegung erfolgt gegen die Strömung, und die negative Rheotaxis, bei der die Bewegung mit der Strömung erfolgt, unterschieden. Die ...

Ringeln

Ringeln ist ein Fachbegriff aus der Vogelkunde und beschreibt die Methode, im Saft stehende Äste oder Stämme anzuhacken, um an Baumsäfte und Baumharze zu gelangen. Dazu hackt der Vogel rund um einen Stamm oder auf der Oberseite eines Astes Löcher ...

Ritualisierung (Biologie)

Ritualisierung bezeichnet in der Verhaltensbiologie jede Veränderung, die mit einer Verhaltensweise vor sich geht, wenn diese im Verlauf der Stammesgeschichte die Funktion eines sozialen Signals übernimmt. Die Bezeichnung Ritualisierung für Änder ...

Rivalität

Der Ausdruck Rivalität respektive Konkurrenz bedeutet Gegnerschaft, Nebenbuhlerschaft, Wettbewerb, Wettkampf, Wettstreit oder Antagonismus bzw. Dualismus einander oft feindlich gegenüberstehender Machtfaktoren. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist d ...

Rolligkeit

Als Rolligkeit oder Raunze bezeichnet man den Zeitraum der Paarungsbereitschaft bei Katzen. In diesem Abschnitt des Sexualzyklus findet auch der Follikelsprung statt, der bei Katzen im Regelfall nur durch den Deckakt ausgelöst wird. Es sind aber ...

Die Rückseite des Spiegels

Die Rückseite des Spiegels – Versuch einer Naturgeschichte menschlichen Erkennens ist der Titel eines Buches von Konrad Lorenz, das er als sein Hauptwerk bezeichnet hat. Lorenz erörtert in diesem Werk das Zusammenspiel von genetischen und zivilis ...

Rudel (Verhaltensbiologie)

Rudel bezeichnet in der Verhaltensbiologie eine geschlossene und individualisierte Gruppe von Säugetieren. Ein Rudel ist eine geschlossene Gruppe, weil die Mitglieder eines Rudels nicht beliebig austauschbar sind. Ebenso ist es eine individualisi ...

Rüsselloch

Als Rüsselloch werden Löcher in Wänden bezeichnet, durch die Elefanten in der Zootierpflege gefüttert werden können. Hierbei sind die Elefanten durch die Wand von ihrem Futter getrennt und müssen die Nahrung umständlich durch das Rüsselloch auf i ...

Sandbad

Als Sandbaden bezeichnet man eine vor allem unter Vögeln anzutreffende Form des Komfortverhaltens, die aber auch bei vielen anderen Landwirbeltieren wie Pferden und Zebras beobachtet werden kann. Ebenfalls als Sandbad wird in der Haus- und Nutzti ...

Schärfe (Kynologie)

Schärfe ist die Bezeichnung für ein bestimmtes Verhalten eines Hundes. Ein Hund ist scharf, wenn er schnell angreift und kräftig beißt. In Abhängigkeit vom Ziel, das der Hund angreift, wird unterschieden zwischen Wildschärfe, Raubwild- und Raubze ...

Schimpansenkrieg von Gombe

Der Schimpansenkrieg von Gombe in den Jahren 1974 bis 1978 war eine gewalttätige Auseinandersetzung zwischen zwei Schimpansengruppen im Gombe-Stream-Nationalpark in Tansania. Beteiligt waren die Kasakelagruppe im nördlichen Teil des Parks sowie d ...

Schimpfbereich

Als Schimpfbereich oder Schimpfzone bezeichnet man in der Verhaltensbiologie Areale einer Territorialgrenze, die häufig von Tieren aufgesucht werden, um Drohverhalten gegenüber ihren Nachbarn zu zeigen. Treten Streitigkeiten zwischen den Nachbarn ...

Schlafverband

Von einem Schlafverband spricht man in der Verhaltensforschung, wenn sich einzelne Lebewesen an einem günstigen Platz nur zum Schlaf oder zur Überwinterung zusammenfinden. Der Begriff schließt eine soziale Bindung meistens aus. Beispiele für eine ...

Schmiede (Spechte)

Unter Schmiede versteht man in der Vogelkunde eine natürliche oder künstlich adaptierte Stelle in Bäumen oder auch Gemäuern und Felsen, in denen verschiedene Vogelarten hartschalige Nahrungsobjekte wie Nüsse oder Käfer einklemmen, um sie dort bea ...

Schreck

Mit Schreck bezeichnet man die Reaktion eines Organismus auf einen überraschend wahrgenommen, potentiell bedrohlichen Reiz. Die Schreckreaktion beinhaltet verschiedene psychologische und physiologische Prozesse, die allesamt der Abwehr der Bedroh ...

Schutzverhalten

Als Schutzverhalten werden tierische Verhaltensweisen bezeichnet, die dem Schutz vor Feinden dienen. Schutzverhalten kann passiv sein wie beispielsweise das Meiden von Feinden oder die Flucht. Das Schutzverhalten kann in aktiver Verteidigung best ...

Schwarmfisch

Ein Schwarmfisch ist ein Fisch, der mit vielen anderen Fischen seiner Art, aber auch mit anderen Arten, zusammen umherschwimmt. Dabei schwimmen die einzelnen Fische weitgehend parallel zueinander, in etwa gleichem Abstand und in die gleiche Richt ...

Schwarmverhalten

Der Begriff Schwarmverhalten bezeichnet das Verhalten von Fischen, Vögeln, Insekten oder anderen Tieren, sich zu Aggregationen zusammenzuschließen. Die Individuen in einem Schwarm gehören meist derselben Art an, es können sich jedoch auch Mischsc ...

Schwellenwert (Instinkttheorie)

Schwellenwert ist ein Fachbegriff der vor allem von Konrad Lorenz und Nikolaas Tinbergen ausgearbeiteten Instinkttheorie der klassischen vergleichenden Verhaltensforschung. Er bezeichnet, in Anlehnung an die Reizschwelle in der Sinnesphysiologie, ...

Selbsterhaltung

Unter Selbsterhaltung versteht man ein biologisches Prinzip, das es Lebewesen aufgrund angeborener Verhaltensweisen, erlernter Reaktionsmechanismen und bewusster Entscheidungen ermöglicht, sich als Einzelwesen, Gruppe und Art am Leben zu erhalten ...

Separation (Verhalten)

Separation ist ein Verhalten, das in natürlichen Schwärmen auftritt. Es bewirkt, dass die einzelnen Individuen des Schwarms Abstand zueinander einhalten und bildet somit den Gegensatz zum Kohäsionsverhalten. Wissenschaftler, wie Craig Reynolds, d ...

Sicherungsverhalten

Als Sicherungsverhalten bezeichnet man in der Verhaltensbiologie die Aktivitäten eines Tieres, die dem Schutz vor Fressfeinden dienen. Evolutionsbiologisch betrachtet erhöht die von einem Individuum zur Sicherung erbrachte Zeit zwar die Überleben ...

Signalfarbe

Bei einer Signalfarbe handelt es sich um eine auffällige Farbe, die eine Signalwirkung besitzt und häufig speziell als Warnsignal dient. Dabei ist der Farbkontrast bedeutsam. Zur Erhöhung der Signalwirkung werden in manchen Bereichen Signalfarben ...

Sitzwarte

Sitzwarten sind erhöhte Positionen, die verschiedene Tiere zum artgerechten Leben benötigen. Viele Vogelarten, aber auch eine Reihe von Reptilien und Insekten sind auf Sitzwarten angewiesen. Diese werden vor allem für die Jagd benötigt, spielen b ...

Das sogenannte Böse

Das sogenannte Böse ist ein Buch des Verhaltensforschers Konrad Lorenz aus dem Jahr 1963. Er behandelt darin den Ursprung von und den Umgang mit der Aggression, also mit dem von Lorenz so gedeuteten innerartlichen, "auf den Artgenossen gerichtete ...

Sommerruhe

Die Sommerruhe, auch als Sommerschlaf, Ästivation oder Estivation bezeichnet, ist eine Form der herabgesetzten Aktivität als Anpassung an heiße oder trockene Umweltbedingungen, zum Beispiel in einer Hitzeperiode oder einer Trockenzeit unter aride ...

Soziale Körperpflege

Soziale Körperpflege, Fremdputzen oder Allogrooming, teilweise auch Gefiederkraulen, Lausen oder Einander-Lausen genannt, ist ein häufiges, wenn auch nicht allgemein verbreitetes Komfort- bzw. Sozialverhalten bei Vögeln und Säugetieren, das im Ge ...

Sozialparasitismus

Als Sozialparasitismus bezeichnet man in der Biologie eine besondere Form des Parasitismus. Sozialparasitismus ist definiert als die Beziehung zwischen zwei Tierarten, bei der sich eine eusoziale Art mit steriler Arbeiterkaste das Sozialsystem an ...

Sozialverhalten

Das Sozialverhalten umfasst alle Verhaltensweisen von Menschen und Tieren, die auf Reaktionen oder Aktionen von Individuen der eigenen Art abzielen. Sozialverhalten umfasst somit sowohl Formen des harmonischen Zusammenlebens als auch agonistische ...

Sozialökologie (Zoologie)

Die biologische Sozialökologie untersucht, wie die Gruppenstruktur und -organisation von Tieren durch die Umwelt der Tiere beeinflusst werden. Sozialökologische Forschungsansätze sind besonders in der Primatenforschung verbreitet. Insbesondere wi ...

Spiegelfechter

Als Spiegelfechter werden männliche Vögel bezeichnet, die insbesondere während der Brutzeit mit dem Schnabel gegen Scheiben oder Spiegel klopfen und damit ihr Spiegelbild als vermeintlichen Rivalen bekämpfen. Im englischsprachigen Raum wird das 1 ...

Spiegeltest

Als Spiegeltest bezeichnet man ein Experiment zur Selbstwahrnehmung, bei dem ein Spiegel ins Sichtfeld eines Testtiers oder einer Testperson gebracht und die Reaktion auf ein künstlich auf dem Körper angebrachtes Merkmal beobachtet wird. Eine typ ...

Spieltrieb

Als Spielverhalten bezeichnen Verhaltensbiologen diverse, in der Regel nicht einem bestimmten Zweck zuzuordnende Bewegungsabfolgen speziell bei Jungtieren: "Ein Tier spielt wirklich nur dann, wenn es satt, nicht durstig und auch sonst von keinen ...

Spinnenflug

Beim Spinnenflug, auch Ballooning oder Luftschiffen, lassen sich Spinnen durch den Wind in die Luft heben und über größere Entfernungen tragen. Bei günstigen Windverhältnissen legen sie auf diese Weise Entfernungen von mehreren hundert Kilometern ...

Spitzenprädator

Spitzenprädator, auch Spitzenräuber, Gipfelräuber, englisch auch apex predator, alpha predator, superpredator, top predator oder top-level predator genannt, ist in der Biologie die nicht streng definierte Bezeichnung für eine biologische Art, die ...